Deltawerke

Bei der Überschwemmung im Katastrophenjahr 1953 wurde Zeeland überflutet. Die Antwort der Niederländer auf die Flutkatastrophe waren die Deltawerke. Man folgte damals dem Konzept: Je kürzer die Küste, desto geringer die Gefahr. Deshalb sollten Meeresarme abgesperrt werden. Wo ein Meeresarm intakt blieb, sollten verschiedenen Formen der Küstenbefestigung auf Deltahöhe gebracht werden (fünf Meter über dem Amsterdamer Pegel).

Oosterscheldekering

Oosterschelde-Sturmflutwehr

Zu der Zeit, als das Sturmflutwehr in der Oosterschelde, die Oosterscheldekering, gebaut werden sollte, war den Niederländern dank neuer Erkenntnisse über den Naturschutz klar geworden, dass durch die Absperrung ein einzigartiges Stück Natur verloren gehen würde. Deshalb entschied man sich zum Bau eines Dammes mit Toren, die bei Sturm oder Springflut geschlossen werden können. Damit ist das drei Kilometer lange Sturmflutwehr in der Oosterschelde mit seinen 65 Pfeilern der bei Weitem eindrucksvollste Abschnitt der Deltawerke. Das Wehr wird oft als das achte Weltwunder bezeichnet.

Pijlerdam

Wunder der Wasserbautechnik

Für die niederländischen Wasserbauingenieure war der Deltaplan eine immense Herausforderung. Keine Nation der Welt hatte jemals derart tiefe Strömungsrinnen abgedichtet. Zügig wurden Stück für Stück die verschiedenen Teilabschnitte des Deltaplans in Angriff genommen. Sie waren jeder für sich interessante hydrotechnische Werke. Die Meeresarme wurden abgesperrt und die Zeeländer fingen an, sich wieder sicher zu fühlen.

Deltapark Neeltje Jans Vrouwenpolder

Neeltje Jans

Mitten in dem Komplex aus Sperrwerken liegt die Arbeitsinsel Neeltje Jans. Von dieser Insel aus wurde der Pfeilerdamm errichtet. Heute ist sie ein Stück Natur mit ausgedehnten Stränden, einer beeindruckenden Aussicht auf das Sturmflutwehr, einem großen Dünengebiet, in dem viele Vögel brüten, und dem Deltapark Neeltje Jans. In diesem Freizeitpark dreht sich alles ums Wasser und um die Deltawerke. Man findet hier eine umfassende Ausstellung über die Deltawerke und ihren Bau und für Kinder bestehen zahlreiche Angebote für Wasserspaß. Zum Beispiel ein Wasserspielplatz, auf dem man seinen eigenen Wasserfall erschaffen und Schleusen selbst bedienen kann. Darüber hinaus finden sich auch im Museum zur Flutkatastrophe, dem Watersnoodmuseum in Ouwerkerk, zahlreiche Informationen über die Deltawerke (und die Gründe für ihren Bau).