Kampf gegen das Wasser

Am 1. Februar 1953 brach an vielen Stellen in Zeeland das Wasser durch die Deiche. Hunderte Menschen und Tiere kamen in den eiskalten Fluten ums Leben. Die Niederlande waren durch eine Katastrophe solchen Ausmaßes völlig geschockt. Als Antwort darauf wurden die Deltawerke in Angriff genommen: Man baute neue Anlagen zur Küstenverteidigung und erhöhte vorhandene Deiche.

Museum zur Flutkatastrophe
Vier Senkkästen, die man benutzt hatte, um Löcher im Deich abzudichten, beherbergen heute das beeindruckende Watersnoodmuseum. Mit Augenzeugenberichten und verschiedenen Attributen aus den frühen 50er Jahren wird anschaulich vermittelt, was sich kurz vor, während und nach der Flutkatastrophe ereignete. 

Oosterschelde-Sturmflutwehr
Das Sturmflutwehr in der Oosterschelde ist drei Kilometer lang und besteht aus 65 gigantischen Betonpfeilern. Zwischen den Pfeilern befinden sich Stahltore, die nur bei extrem hohen Wasserständen und/oder extrem starkem Wind geschlossen werden. Ursprünglich sollte hier einfach ein Damm angelegt werden, aber im Laufe der Zeit wurde den Verantwortlichen dank neuer Erkenntnisse über den Naturschutz klar, dass durch die Absperrung ein einzigartiges Stück Natur verloren gehen würde.


Neeltje Jans
Mitten in dem Komplex des Oosterschelde-Sturmflutwehrs liegt die Arbeitsinsel Neeltje Jans. Von hier aus wurde der Pfeilerdamm errichtet. Heute ist die Insel ein wunderschönes Naturgebiet mit Strand und Dünen und einer beeindruckende Aussicht auf das Sturmflutwehr. Außerdem kann man hier hervorragend kitesurfen. Darüber hinaus befindet sich auf der Insel der Deltapark Neeltje Jans. Dieser Freizeitpark bietet eine Ausstellung über den Bau der Deltawerke und ermöglicht einen Blick in das Innere eines Pfeilers aus dem Sturmflutwehr. Kinder können hier herrlich mit Wasser spielen und sich von einer Seehundeshow begeistern lassen.

Einer der Pfeiler, die für das Oosterschelde-Sturmflutwehr gebaut wurden, wurde nicht in Gebrauch genommen und steht heute neben der Insel Neeltje Jans im Wasser. Auf diesem Pfeiler wurde oberhalb der Wasserlinie ein anspruchsvoller Kletterparcours angelegt. Sie haben keine Erfahrung mit Kletterwänden? Kein Problem, es werden auch Workshops angeboten. Weitere Infos zum Pfeilerkletter

Erst salzig, dann süß und jetzt wieder salzig
Als die zeeländischen Meeresarme abgesperrt wurden, verwandelte sich das Wasser dahinter allmählich in Brackwasser. Dadurch wurde es in vielen Fällen trüb und anfällig für Algenplagen. In den letzten Jahren hat man zahlreiche Durchlässe gebaut, sodass zum Beispiel auch das Wasser im Veerse Meer und im Grevelingenmeer wieder salzig und sauber ist.