Leuchttürme

Leuchttürme sind Orientierungspunkte. An den Lichtern erkennen die Schiffsführer die Nähe der Küste und so verhindern Leuchttürme, dass Schiffe auf Grund laufen. Zeeland besitzt sehr viele Leuchttürme, denn diese Provinz hat nicht nur eine lange Küste, sondern auch viele seichte Stellen, die vor allem für die Schiffe der Berufsschifffahrt mit ihrem großen Tiefgang heimtückisch sind. Viele der Leuchttürme sind schon vor langer Zeit errichtet worden und präsentieren sich daher in verschiedenen historischen Baustilen. 

Der Leuchtturm von Goedereede
Ist es ein Kirch- oder ein Leuchtturm? Alles deutet auf Ersteres hin. Neben dem Turm von Goedereede steht eine Kirche und das Meer ist ein ganzes Stück entfernt. Und dennoch … auch als Kirchturm ist er nicht ganz überzeugend. Der Turm wurde im Jahre 1512 als Teil einer Kathedrale gebaut. Als diese einstürzte, errichtete man eine kleine neue Kirche ohne Verbindung zum Turm. Darum erscheint der Turm mit seinen 39,5 Metern viel zu hoch. Goedereede hatte früher einen Hafen, der vom Meer aus zu erreichen war, aber als die Anfahrtsroute versandete, wurde das Spitzdach des Kirchturms abgerissen und der Turm als Leuchtturm in Gebrauch genommen. Als solcher diente er von 1833 bis 1912. Der Turm und die Kirche können von Juni bis Mitte September von 14.00 bis 16.30 Uhr täglich, außer sonntags, besichtigt werden.

Lichtsignale
Wenn das Licht bei allen Leuchttürmen gleich wäre, könnte man im Dunkeln kaum erkennen, ob man sich zum Beispiel an der Mündung der Ooster- oder der Westerschelde befindet. Deshalb hat jeder Leuchtturm seine eigene Art von Lichtsignal. Der eine hat ein Flimmerlicht (das sehr schnell an- und ausgeht), der andere ein ruhigeres Leuchten. Wenn Sie mitzählen, wissen Sie, welchen Leuchtturm Sie vor sich haben. Die Signale aller Türme finden Sie unter www.vuurtorens.net.

Billiger Leuchtturm bei Burgh-Haamstede
Es ist schon eine Weile her, dass man noch mit Gulden bezahlen konnte, aber vielleicht erinnern Sie sich aus dieser Zeit noch an den Leuchtturm Westerlicht in Burgh-Haamstede. Der Turm zierte den fröhlich bunten lila-roten 250-Gulden-Schein (gut 100 Euro), der von dem Grafiker Ootje Oxenaar entworfen wurde. Sein ursprünglicher Plan, das Rietveld-Haus auf dem Schein abzubilden, wurde abgelehnt. Zu viele Städte mit anderen besonderen Bauwerken hätten sich übergangen gefühlt. Deshalb entschied er sich für ein beeindruckendes Bauwerk ganz anderer Art. Und man muss zugeben, gut hundert Euro für dieses 53 Meter hohe Gebäude mit den schönen rot-weißen Streifen, das ist doch ein Schnäppchen, oder?

Der Leuchtturm von Westkapelle
Auch der Leuchtturm von Westkapelle, Zuiderhoofd, war ursprünglich ein Kirchturm. Nur ist hier, wegen der Zerstörung im Achtzigjährigen Krieg, von der dazugehörigen Kirche nichts mehr zu sehen. Um 1800 wurde der 57 Meter hohe Turm zu einem Leuchtturm umgebaut. Er bietet einen fantastischen Blick auf Walcheren, die Westerschelde und die Nordsee. Bevor Sie jedoch die Aussicht genießen können, müssen Sie erst 207 Stufen bezwingen.

Kunstturm
Der Leuchtturm Zuiderhoofd ist weltberühmt. Er diente Mondriaan als Motiv für mehrere Studien und Gemälde. Es handelt sich um wichtige Werke, denn bei diesem Leuchtturm benutzte er zum ersten Mal die Farben so, wie er sie wahrnahm, und nicht der Wirklichkeit entsprechend. Der Turm besitzt ein sehr schönes ausgeblichenes Braun, aber in den Versionen von Mondriaan knallen dem Betrachter Rot- und Violetttöne in Form von Streifen und Punkten entgegen.

Lichter
Das Licht eines Leuchtturms muss sehr weit scheinen. Durch die Verwendung von Spiegeln und Linsen wird die Reichweite der Lichtbündel stark erhöht. Das Licht des Zuiderhoofd in Westkapelle kann man aus 36 Kilometern Entfernung sehen. Das Licht dieses Leuchtturms entspricht dem von 2,6 Millionen Kerzen.

Gusseiserner Leuchtturm von Breskens
Der Leuchtturm Nieuwe Sluis bei Breskens ist der älteste niederländische Leuchtturm aus Gusseisen. Der 28,5 Meter hohe Turm wurde 1867 in Betrieb genommen. Seit 2011 ist er außer Dienst. Der Turm hat heute auffällige schwarz-weiße Streifen, aber er war auch eine Zeit lang gelb, und während des Zweiten Weltkriegs hatte er einen Anstrich in Tarnfarben.

Auch das hilft den Schiffen bei der Navigation
Überall auf den zeeländischen Wasserwegen sieht man grüne und rote Bojen und aus dem Vlissinger Binnenhafen legen regelmäßig Lotsenboote ab. Da die Westerschelde ein schwieriges Fahrwasser ist, ist ein Lotse an Bord für die Berufsschifffahrt Pflicht. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie es auf der Westerschelde zugeht, dann besuchen Sie das muZEEum .