Natur an der Küste

Het Zwin
Dieses nach einem ehemaligen Meeresarm benannte Naturschutzgebiet liegt an der Grenze zwischen den Niederlanden und Belgien. Het Zwin war lange Zeit als Wasserstraße von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Aber im Laufe der Zeit versandete sie und es entstand das heutige wunderschöne Gebiet aus Strand, Dünen, Kögen und Wiesen. Das Meer hat hier freies Spiel und dank eines „Slufter“ (einer Flussrinne) bleiben die schlickigen Salzwiesen feucht. Het Zwin ist ein wichtiges Brutgebiet für Vögel und auch die salzliebende zeeländischen Delikatesse Queller kommt hier sehr häufig vor.  

Vögel beobachten
Het Zwin ist ein wichtiges Brutrevier für Austernfischer, Säbelschnäbler und Rotschenkel. Austernfischer erkennt man leicht an ihrem schwarz-weißen Federkleid, dem knallroten Schnabel und den roten Beinen. Der Säbelschnäbler ist hauptsächlich reinweiß und hat eine schwarze Zeichnung auf dem Oberkopf und Rücken. Auffälligstes Merkmal ist sein langer, nach oben gebogener Schnabel. Der Rotschenkel hat ebenso wie der Austernfischer rote Beine und ansonsten ein nicht sehr auffälliges braunes Federkleid.
 
Haaientanden zoeken
Die Aktivität am Strand von Het Zwin ist das Suchen fossiler Haifischzähne, die hier spontan angeschwemmt werden und sich manchmal zudem in künstlich aufgeworfenem Sand befinden. Tipp: Am Leuchtturm von Nieuwvliet sind die Chancen, einen zu finden, am besten.

Het Verdronken land van Saeftinghe
Das „Verdronken Land van Saeftinghe“ ist eine der wichtigsten und größten Brackwasserzonen der Niederlande. Im späten Mittelalter war es ein fruchtbarer Polder, aber durch Sturmfluten gingen große Stücke Land verloren. Zudem wurden im Achtzigjährigen Krieg (1568-1648) zur Verteidigung von Antwerpen Deiche durchstochen und daraufhin verwandelte sich Saeftinghe endgültig in ein Brackwassergebiet.

Zeeland im Kleinformat
Saeftinghe ist etwas Besonderes. Nicht nur wegen seiner Weitläufigkeit und seiner Natur, sondern auch, weil man dort auf relativ kleinem Raum sieht, wie die gesamte Provinz Zeeland geformt wurde: Das Meer leitet Lehm- und Sandteilchen durch Rinnen ab und bestimmt so die Form des Landes.

Besondere Pflanzen
Saeftinghe liegt an der Westerschelde. Täglich wird das Gebiet zweimal überschwemmt. Dadurch dass sich das salzige Nordseewasser mit dem Süßwasser aus der Schelde vermischt, entsteht Brackwasser. Dies sorgt dafür, dass neben den gewöhnlichen Salzwiesen- und Schlickpflanzen wie Spieß-Melde, Portulak-Keilmelde und Queller hier auch Echtes Löffelkraut wächst. Man erkennt die ungefähr 50 cm hohe Pflanze an ihren weißen traubigen Blütenständen. Weiter landeinwärts verraten Schilffelder das Vorhandensein von Süßwasser.

Löffler
In Saeftinghe brüten Tausende von Küstenvögeln und auch für Zugvögel sind die Salzwiesen und Schlickgebiete ein wichtiger Rastplatz. Eine der auffälligsten Vogelarten ist der Löffler: würdevoll, weiß und mit einem langen spachtelförmigen Schnabel. Am ehesten entdeckt man ihn am Ufer, wo er sich auf der Suche nach Futter auf seinen hohen Beinen ruckartig durch das seichte Wasser bewegt.