„Vlissingen Maritim“

Tja, Vlissingen…. Oft wird gesagt: „Das ist am Ende der Welt. Das einzig Schöne ist die Promenade!“. Deswegen dachte ich mir: Los geht’s, ich wandere durch Vlissingen. So kann ich selbst beurteilen, ob an dieser Behauptung etwas Wahres dran ist. Also Wanderroute 10 Vlissingen Maritim (12 km) aus dem Buch „Walcherse wandelingen“ („Wanderungen auf Walcheren“) herausgesucht und die Wanderschuhe angezogen.

Vielversprechend

Die Wanderung an so einem endlos leeren Ort wie dem Bahnhof zu beginnen, ist natürlich nicht gerade hilfreich. Aber schon bald überquere ich die Schleusen, spüre den frischen Wind, rieche die Seeluft und sehe die Schiffe auf der Westerschelde und das Fährboot, das sich dem Hafen nähert. Ich denke: „Ok, das ist schon mal vielversprechend“.

Weltkriegsdenkmal Uncle Beach

Schlacht an der Scheldemündung

Kaum einen Kilometer weiter wird die beeindrucke Geschichte über die Schlacht an der Scheldemündung und die Befreiung von Walcheren am Uncle Beach sichtbar. Es liegen dort noch Blumen von der Gedenkfeier und darüber hinaus ist in der Mühle „Oranjemolen“ eine Ausstellung zu sehen, die über die Befreiung und den unermüdlichen Einsatz der Soldaten informiert.

Die Tour führt natürlich auch über die Boulevards, durch die Kasematten, an der Statue Michiel de Ruyters vorbei, über den Strand und durch das Gebiet Nollebos. Die Windorgel an der Spitze des Nollehoofd spielt ihre ganz eigene Melodie. Wenn Sie den (immer vorhandenen) Wind nicht nur spüren, sondern auch hören möchten, ist das der richtige Ort für Sie. Mein Fazit: Eine ganze Menge habe ich schon gesehen. Aber naja, die alte, heruntergekommene Innenstadt wartet ja noch auf mich…

Lotsenhäuser

Die Wanderung geht weiter durch einen kleinen Park gegenüber vom Krankenhaus mit alten Gräbern und einem echten Kräutergarten. Ich komme zum Wasserturm und den außergewöhnlich gestalteten Lotsenhäusern. Sie wurden einst von einem belgischen Lotsen erbaut und nach seinen Töchtern benannt (Villa Louise, Villa Maria, Villa Blanche und Villa Yvonne). Die Lotsen schliefen häufig in Vlissingen, wenn sie sich dort aufhielten, um die Seeschiffe nach Antwerpen zu lotsen.

Heruntergekommen? Ganz und gar nicht! Ich laufe an dem Haus vorbei, in dem Michiel de Ruyter zur Welt kam, und durch die hervorragend restaurierten Straßen Nieuwendijk, Sarazijnstraat, Beursstraat. Auch die Slijkstraat und den Grote Markt lasse ich nicht aus. Kaffee (mit Apfelkuchen und Sahne) trinke ich in einem sehr gemütlichen Café beim Bellamypark. Und die Menschen hier sind superfreundlich!

Maschinenfabrik in Vlissingen

Platz

Der (fast schon) letzte Teil der Wanderung führt durch den „offenen“ Teil von Vlissingen, wo früher einmal die „Koninklijke Maatschappij de Schelde“ florierte. Die Stadt sucht heute nach einer passenden Umgestaltung für dieses gigantische offene Gelände.

Wo findet man heute noch eine Stadt mit so viel Platz mitten in ihrem Zentrum? Mit diesem Platz muss man sehr bewusst umgehen und die Umgestaltung sorgfältig planen. Um wieder zum Bahnhof zu kommen, gehe ich das letzte Stück über die Visserijkade.

Sonnenuntergang Vlissingen

Schiffe

Inzwischen ist es dunkel geworden. Die Fischerboote aus Arnemuiden, Vlissingen und anderen Orten liegen schon am Kai. Nach einer Woche auf offener See haben sie ihre Ladung gelöscht und jetzt ein freies Wochenende. Am Sonntagabend fahren Sie wieder aufs Meer hinaus. Was für eine Erfahrung: Man riecht (verdorbenen?) Fisch, sieht die meist großen und modernen Schiffe, die überall herumliegenden Netze versperren einem hin und wieder den Weg. Es ist eine Art unbeleuchtetes Niemandsland an diesem dunklen Abend. Glücklicherweise wartet am Ende das Gebiet, in dem die farbenfrohen Bojen gelagert werden, und dahinter der Bahnhof.

Maritime Vergangenheit

Was für eine tolle Wanderung! Wie nett die Menschen sind, die man hier trifft! Und wie schön das alte Stadtzentrum von Vlissingen ist! Alles ist gut gepflegt und es ist wirklich eine interessante Wanderung durch die (maritime) Vergangenheit der Stadt. Meine Vorurteile wurden eindeutig widerlegt. Probieren Sie es doch auch einmal! Gehen Sie durch Vlissingen und entdecken Sie die Stadt. Schauen Sie sich um, beachten Sie die Namen der Häuser, die angegeben Jahreszahlen und alles, was Ihnen sonst noch auffällt.

Zum Beispiel laufen Sie am Haus „Neffens De Swarte Leeu“ („Neben dem schwarzen Löwen“) vorbei, daneben steht dann natürlich „De Swarte Leeu“ („Der schwarze Löwe“). Vlissingen, am Ende der Welt? Das vielleicht nicht gerade, aber dies ist das Ende meiner Wanderung!

Neugierig geworden?

Entdecken Sie Vlissingen auf dieser Wanderroute oder gehen Sie die Oranjeroute.