Melissant

Melissant

Das Dorf Melissant auf Goeree-Overflakkee liegt mitten auf der Insel zwischen Dirksland und Stellendam. Es ist ein Dorf auf dem Lande, in dem die Landwirtschaft immer eine große Rolle gespielt hat. Außerhalb des Dorfes findet man noch eine Reihe schöner, alter Bauernhöfe.

Das Dorf entstand im 15. Jahrhundert, als die Salzwiesen um Dirksland eingedeicht wurden. Wie Melissant seinen Namen bekam, dazu gibt es verschiedene Geschichten. Eine davon lautet, dass einer der Eindeicher den Namen Melis hatte, der zweite Teil des Namens Melissant verweist auf den Sand.
Eine andere, amüsantere Erklärung ist, dass Melis und Dirk (Diederick, der Eindeicher des Polders Dirksland) Streit hatten. Bei der Aufteilung des Landes bekam Melis den Sand (Meliszand) und Dirk das Land (Dirksland).

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war das Dorf von bescheidenem Umfang. Um 1850 kamen eine Kirche, eine Schule und ein Rathaus hinzu. Seitdem stieg die Einwohnerzahl, heute zählt das Dorf rund 2100 Einwohner.

Bis 1835 gab es im Dorf keine einzige Straße. Was als „Straße“ bezeichnet wurde, war ein Lehmweg an den Häusern entlang. Bei regnerischem Wetter war es ein Schlammweg. Unter der Leitung des Bürgermeisters Van Weel wurde 1840 alles gepflastert.

Die meisten Häuser waren klein und niedrig. Die Arbeiter konnten am Molendijk kleine Grundstücke bekommen, auf denen eine ewig währende Erbpacht lastete. Viele Arbeiter nutzten diese Gelegenheit, um so ein eigenes größeres Haus mit einem Stückchen Garten zu bekommen. Auch wenn eine beträchtliche Hypothek darauf lastete.

Das Dorf besitzt eine auffällig große Anzahl an Kirchen, insgesamt stehen hier fünf. Die älteste ist die katholische, dann die reformierte und die evangelische Kirche.

Während der Hochwasserkatastrophe im Jahr 1953 wurde Melissant als eines der wenigen Dörfer auf Goeree-Overflakkee nicht überflutet.

Melissant war lange Zeit eine agrarische Gemeinschaft. Auf Goeree-Overflakkee wurde bis 1870 viel Färberkrapp angebaut. Der rote Farbstoff in den Wurzeln dieser Pflanze wurde zu verschiedenen Zwecken verwendet. Die Wurzeln wurden getrocknet und in einer Trockenscheune gemahlen.

Heute ist die Landwirtschaft noch immer eine wichtige Einkommensquelle. Außerdem gibt es einen aktiven Mittelstand, ein großes Küchenzentrum, ein Transport- und Busunternehmen und das größte Tankflugzeugunternehmen der Niederlande. Die K.A. van Beek BV hat ihren Sitz in Melissant.

Am Rande des Dorfs liegt der Therapiehof De Nollestee. Hier werden Sträucher und verschiedene Pflanzensorten gezüchtet. Täglich arbeiten hier Menschen mit ihren Betreuern, dem jeweiligen Niveau angepasst. Am Mittwoch, Donnerstag und Freitag ist der Laden geöffnet. Die Mitarbeiter erzählen stolz von ihrer Arbeit, und das Resultat können Sie selbst sehen.

Im Frühling ist Melissant am schönsten. Wunderschöne Äcker, freilaufende Schafe auf dem Außenbereich und weitläufige Wiesen bilden eine typisch holländische Landschaft. Auf dem Schlickwatt von Flakkee am Grevelingenmeer grasen Heckrinder und Fjorde. Das Schlickwatt ist im Eigentum der Staatlichen Forstbehörde Staatsbosbeheer und eingeschränkt zugänglich. Im Juli und August werden regelmäßig Exkursionen mit einem Naturführer angeboten. Sie können diese beim VVV reservieren.

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