Sint Maartensdijk und die Oraniern

Sint Maartensdijk hat eine enge Beziehung zu den Oraniern. An Anfang dieser Verbindung stand die Eheschlieβung zwischen Wilhelm von Oraniern un der schwerreichen Anna von Egmond im Jahr 1551. Sie besaβ die Herrlichkeit Sint Maartensdijk, die von der gleichnamigen Burg aus verwaltet wurde. Die Burg wurde bis auf den letzten Stein abgerissen, aber der Titel blieb erhalten: König Willem Alexander ist noch heute "Herr von Sint Maartensdijk". Das Band zwischen dem Königshaus und der Stadt wurde noch einmal gefestigt, als die königliche Familie 1996 am Koniginnedag (dem Geburtstag der Königin) Sint Maartensdijk besuchte.

Historische Hintergründe

Vom Achtzigjährigen Krieg blieb auch die Insel Thole nicht verschont. Die Spanier hatten dieses "Tor nach Zeeland" fest im griff. Als 1577 die Moral der spanische Truppen ins Wanken geriet, wechselte auch Tholen auf die Seite des Prinzen über. In den Archiven ist aufgezeichnet, dass die Stadtverwaltung von Sint-Maartensdijk 1590 bei den Oraniern Unterstützung für den Wiederaufbau ihrer Stadt suchte, die "so geplündert, überrant, verarmt und geschwächt" worden sei. Insbesondere Prinz Friedrich Heindrich setzte sein Geld und seinem einfluss ein, um die Stadt wieder auf die Beine zu helfen.

Obwohl keiner der Oranier jemals wirklich in Sint-Maartensdijk gewohnt hat, statteten sie ihrer Herrlichkeit dennoch regelmaβig Besuche ab. Die Führung der Burg übertrugen sie ihrem Verwalter, der als Drost bis ins 18. Jahrhundert groβen Einfluss auf die Stadtverwaltung ausübte.  .

Die Burg Sint-Maartensdijk

Vor langer Zeit würde die Silhouette von Sint Maartensdijk von einer mächtigen Burg samt Turmen dominiert. Im schatten des schweren viereckigen Donjons lagen mehrere Nebengebäude wie Pferdeställe, Wohnungen der Bediensteten und eine Brauerei. Diese Burg spielte bei der Entstehung der kleinen Stadt eine bedeutende Rolle. Zwischen den dicken Steinmauern lebten die Sprösslinge des zeeländischen Edelgeschlechts derer von Borsselen. Über Anna van Egmond - in den Niederlanden als Anna van Buren bekannt - gelangte die Herrlichkeit in den Besitz der Oranier, als sie Wilhelm von Oranien heiratete.

Prinz Friedrich investierte viel Geld in die Burg , aber nach seine Zeit geriet sie allmählich in Verfall. Heute ist nur noch ein Teil des Burggrabens zu sehen. In das Oranierzimmer wird mithilfe eines Modells die Vergangenheit zum Leben erweckt. Wass allerdings erhalten blieb, sin die aus der Burg stammenden Porträts der Oranier. Sie würden ins Rathaus von Tholen gebracht, wo sie heute immer noch zu bewundern sind.

Rathaus 

Das ehemalig Rathaus am Markt wurde 1628 mit finanzieller Unterstützung Friedrich Heinrichs wieder aufgebaut, wie ein gedenkstein in der Fassade belegt. Im lauf der Jahrhunderte hat diese Rathaus verschiedene königliche Gäste empfangen, darunter Wilhelm III, Wilhelmina, Juliana und Beatrix.