Nieuw-Namen

Das kleine Dorf Nieuw-Namen liegt im Osten von Zeeuws-Vlaanderen, an der Grenze zu Belgien. Es ist vor allem aufgrund der Sandschichten aus dem Pleistozän bekannt, die hier zu sehen sind. Nieuw-Namen hieß früher Hulsterloo, später Kauter. Zwei Dorfstraßen erinnern mit ihren Namen noch daran. Einst war es ein Fischerdorf mit einer Flotte von etwa 65 Booten. Darüber hinaus bildete der Schmuggel von Waren über die Grenze eine Einkommensquelle. Aufgrund der Eindeichung hat sich der Haupterwerbszweig von der Fischerei schließlich auf die Landwirtschaft verlagert.

Das Dorf ist umgeben von Kleipoldern, von denen der Hertogin Hedwigepolder vermutlich der bekannteste ist. Er müsste aufgrund von Vereinbarungen zwischen den Niederlanden und Belgien eigentlich entpoldert werden, aber die Rückgabe von Landflächen an das Meer stieß auf heftigen Widerstand und mündete in eine jahrelange Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern.

Das Dorf verdankt seine internationale Bekanntheit der „Meester van der Heijden-groeve“. Die Grube liegt im Dorf und ist ein „geologisches Denkmal“: der einzige Ort in Europa, an dem der Übergang vom Pliozän zum Pleistozän gut zu erkennen ist. In den Sandschichten kann man Fossilien von Tieren finden, die vor einer Million Jahren im Meer gelebt haben. Die Grube ist im Rahmen einer Führung zu besichtigen.

Neben der Grube steht die St.-Joseph-Kirche. Sie wurde 1860 in neugotischem Stil erbaut, der Turm stammt von 1912.

Nördlich von Nieuw-Namen liegt das Verdronken Land van Saeftinghe, eine große schlickreiche Brackwasserzone. Am Besucherzentrum können Sie sich in dem Gebiet frei bewegen und den Routen folgen. Wenn Sie an einer Exkursion teilnehmen möchten, können Sie über die Stiftung Het Zeeuwse Landschap eine Führung buchen.