Terneuzen

Die Hafenstadt Terneuzen ist die Stadt des fliegenden Holländers, der Muscheln und der Seeschiffe auf der Westerschelde. Als „Ter Nose“ wird die Stadt erstmals 1325 erwähnt, der Hafen von Terneuzen taucht in den Archiven zum ersten Mal 1460 auf. Die Stadt bekam 1584 die Stadtrechte von Prinz Wilhelm von Oranien.

Sie ist bereits seit ihrer Gründung eng mit der Schifffahrt verbunden. Im alten Hafen, dort wo der heutige Markt liegt, wurden Waren umgeladen, die anschließend mit der Treckschute nach Gent transportiert wurden. Auf Initiative von König Wilhelm I. wurde um 1825 der Kanal Gent-Terneuzen angelegt. Der wirtschaftliche Aufschwung kam für Terneuzen erst mit dem Bau der Eisenbahnstrecke nach Mechelen und Gent in Gang. Die Stadt wurde zu einem wichtigen Zentrum für den Umschlag und die Lagerung von Waren.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Terneuzen mit einer Festung versehen. Das Arsenal in der Innenstadt erinnert noch heute daran. Im Zweiten Weltkrieg war Terneuzen bis September 1944 von den deutschen Streitmächten besetzt. Anfang September flüchteten die Besatzer über die Schelde.
Während der Flutkatastrophe von 1953 stand der tiefer gelegene Teil der Innenstadt einen Meter unter Wasser.
Nach dem Bau einer größeren Meeresschleuse in den 60er Jahren ließen sich eine Reihe internationaler Unternehmen, wie Dow Chemical, in Terneuzen nieder. Die Stadt wurde damit zum wirtschaftlichen Zentrum Zeeuws-Vlaanderens.

Rund 70.000 Schiffe fahren jedes Jahr durch den Schleusenkomplex bzw. das Portal von Flandern. Das Informationszentrum beantwortet alle Fragen über Binnenschifffahrt, Seeschiffe, Gütertransport aber auch zu Arbeitsmöglichkeiten in Zeeland. Der Besuch des Portals ist kostenlos.

Ein Spaziergang über den Scheldeboulevard ist ein echtes Erlebnis. Man kann die Schiffe, die über die Westerschelde fahren, fast berühren. Die aufsehenerregende Skulptur von Thom Puckey, das Vesalius-Standbild, hat auf dem Boulevard ihren festen Platz. Sie ist eine der größten Bronzeskulpturen der Niederlande.


Terneuzen ist der Heimathafen von Willem van der Decken, dem Kapitän des Geisterschiffs „Der fliegende Holländer“. Er fuhr wider besseres Wissen am Ostermontag auf See. Während der Fahrt geriet das Schiff in ein Unwetter und kehrte nie wieder zurück. Nach der Geschichte des englischen Schriftstellers Frederick Marryat stammt die Legende aus Terneuzen. Das „Geisterschiff“ liegt natürlich in Terneuzen.

Wenn Sie einmal auf andere Art und Weise aktiv sein möchten, können Sie in Terneuzen auch die Skier unterschnallen. Der Skidôme Terneuzen bietet eine Skihalle mit echtem Schnee, in der man auch im Sommer eine Schneeballschlacht machen kann.

Für Kunst und Kultur ist das Scheldetheater die richtige Adresse. In der Nähe der Restaurants und des Scheldeboulevards gelegen ist es der Garant für einen rundum gelungenen Abend. Das legendäre Kulturpodium Porgy en Bess befindet sich ebenfalls in Terneuzen. Das Café, ursprünglich ein Jazzcafé, wurde 1944 von Frank Koulen eröffnet. Ihm gelang es, im Laufe der Jahre die großen Namen aus der Jazzwelt nach Terneuzen zu holen.

Das enge Verhältnis zwischen Terneuzen und der Jazzmusik spiegelt sich auch in dem alljährlich wiederkehrenden Jazzfestival wider, das hier abgehalten wird. Heute heißt das Festival Zeeland Jazz und wird eine Woche lang in Terneuzen sowie eine Woche lang in Middelburg gefeiert.

Ebenfalls eine jahrelange Tradition in dieser Stadt haben die Hafentage. In und um den Hafen von Terneuzen finden drei Tage lang verschiedene Aktivitäten statt. Diese und andere Veranstaltungen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

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