Wälle in Retranchement

Zeugen der Vergangenheit

Zeeuws-Vlaanderen hält viele interessante Geschichten aus der Vergangenheit bereit, deren Zeugen man bis heute in vielen Städten und Dörfern, vor allem aber auch in der Landschaft selbst findet.

Verteidigungs- und Festungsanlagen

So können Sie sich beispielsweise mit den niederländisch-spanischen Verteidigungslinien, den Staats-Spaanse Linies, näher befassen. Hierbei handelt es sich um Überreste militärischer Verteidigungssysteme aus dem Achtzigjährigen Krieg. Während dieses Krieges wurden Teile des Landes unter Wasser gesetzt, um den Feind auf Abstand zu halten. Auf diese Weise geriet das Meer zu einem wichtigen Verbündeten im Kampf gegen die Spanier. Die dazugehörigen Festungsdeiche [past dit als vertaling bij “liniedijken”?] ziehen sich von Ost nach West durch die Landschaft Zeeuws-Vlaanderens. Im Museum Het Bolwerk in IJzendijke erfahren Sie noch viel mehr über den Kampf, den Prinz Moritz gegen die Spanier führte.

Die Wälle von Retranchement

In Retranchement findet man Verteidigungsanlagen aus jener Zeit. Mit seinen Festungswällen macht dieses Dorf seinem französischen Namen immer noch alle Ehre, denn der Name bedeutet „militärische Befestigung“. Heute bilden die Erdwälle ein hervorragendes Schutzgebiet für seltene Pflanzen und Tiere, wie zum Beispiel den Laubfrosch.

Aardenburg und Sluis

In und um die Festungsstädte Aardenburg und Sluis findet man noch weitere Zeugen der Vergangenheit. Auf dem Belfried in Sluis steht eine kleine Holzskulptur des „Jantje van Sluis“ aus dem Jahr 1421. Die Geschichte besagt, dass der Glöckner Jan van Sluis im Achtzigjährigen Krieg seine Heimatstadt vor dem Untergang bewahrte. Spanische Truppen hatten einen Angriff auf Sluis geplant, der beim Läuten der Glocke starten sollte. Aber Jantje, der Glöckner, verschlief, weil er auf der Kirmes zu tief ins Glas geschaut hatte.

Schmuggelrouten

GrensIn früheren Zeiten florierte der Schwarzhandel mit den südlichen Nachbarn, den Flamen. Die Schmuggelrouten von einst wecken heute unsere Fantasie. Sie führen über schmale Schleichwege auf beiden Seiten der Grenze und eignen sich hervorragend zum Kennenlernen der Landschaft in Zeeuws-Vlaanderen und Flandern.

Haifischzähne

Weitere Zeugen der Vergangenheit findet man im Sand von Het Zwin. Wenn man gründlich sucht, findet man dort fossile Haifischzähne. Wer mehr über dieses Naturschutzgebiet und die dort lebenden Pflanzen und Tiere erfahren möchte, der beginnt seinen Spaziergang durch Het Zwin am besten im Besucherzentrum bei Retranchement.

„Ertrunkene Polder“

Ein Deichbruch im Jahre 1802 hat den „Verdronken Zwarte Polder“ geschaffen. Ein Gebiet, in dem seither das Meer freien Lauf hatte und inzwischen ein außergewöhnliches Gezeitengebiet entstanden ist. Süß- und Salzwasser gehen hier Hand in Hand. Auch im Naturschutzgebiet Het Zwin wechseln Ebbe und Flut einander ab. Hier dreht sich alles um den sogenannten „Slufter“, eine Wasserrinne mit einer offenen Verbindung zum Meer. Bei Flut verteilt sich das Wasser über die landeinwärts gelegenen Schlickgebiete. Bei extremem Hochwasser wird das gesamte Gebiet überflutet, auch die Salzwiesen. Het Zwin ist ein Eldorado für Vögel. Hier wurden nicht weniger als 300 verschiedene Arten gesichtet. Im Sommer verwandelt die sogenannte „Zwinneblomme“, wie die Flamen den Strandflieder nennen, das gesamte Gebiet in ein Meer aus Lila.