Strand Walcheren

Land im Meer

Zeeländer sind untrennbar mit dem Meer verbunden. Man erkennt es an der Landschaft und am Charakter der Zeeländer. Unermüdlich und hart arbeitende Menschen, die ihrem Wahlspruch Ehre machen: „Ich ringe und komme nach oben“. Auch in besseren Zeiten wie dem „goldenen“ 17. Jahrhundert spielte das Meer eine wichtige Rolle. Historische Gebäude wie in Middelburg erinnern an diese Blütezeit. Versunkene Dörfer erinnern an weniger gute Zeiten. Die See gibt, die See nimmt. 

Zeeländer leben „unter dem Meeresspiegel“. Abgesehen von den Dünen liegt das Land unter diesem Niveau. Der tiefste Punkt Zeelands befindet sich 60 Meter unter dem Amsterdamer Pegel, und zwar im Westerscheldetunnel, der Verbindung zwischen Zeeuws-Vlaanderen und Zuid-Beveland. Dieser Punkt liegt übrigens außerhalb des Sichtfelds im Keller des Tunnels.

Küste Domburg

Bei insgesamt 650 Kilometern Küstenlinie ist das Wasser nirgendwo in Zeeland weit entfernt. Innerhalb einer Viertelstunde steht man immer irgendwo am Wasser. Gegenwärtig hat die zeeländische Küste eine immense Anziehungskraft. Sowohl auf Touristen als auch auf die Zeeländer selbst. Das war nicht immer so. Der Tourismus nahm erst im 19. Jahrhundert seinen Anfang. Auch zuvor war das Meer bereits eine Einnahmequelle, damals jedoch durch den Fischfang und die Handelsschiffe, die von Ost nach West fuhren.

Storm bei Oosterscheldekering

Dass das Meer auch Angst einflößt, liegt an den vielen Überschwemmungen, die Zeeland erlebt hat. Vom 9. Jahrhundert bis heute ist das Land zwölfmal vom ansteigenden Wasser überflutet worden. Die bekannteste Überschwemmung war die letzte: die Flutkatastrophe im Jahr 1953. Das Wasser forderte damals das Leben von 1836 Niederländern, 873 von ihnen waren Zeeländer. Die gewaltigen Deltawerke, die anschließend gebaut wurden, sollen das Hinterland fortan vor einer solchen Katastrophe schützen.

Vlissingen

Als Land im Meer ist Zeeland immer wichtig gewesen, sowohl strategisch als auch wirtschaftlich. Die Stadt Vlissingen war durch ihre Lage an der Westerschelde mehrfach in der Gewalt von Eroberern. Die Stadt war in spanischer, französischer und englischer Hand. Der Seeheld Michiel de Ruyter kam ebenfalls aus Vlissingen.

Middelburg Rathaus

Wirtschaftlich gesehen hat Zeeland durch das Meer auch Reichtum erfahren. Schon in der Römerzeit wird Zeeland in den Geschichtsbüchern erwähnt. Domburg war damals ein wichtiger Handelsplatz. Im „Goldenen Jahrhundert“ waren Orte wie Middelburg, Veere, Vlissingen und Zierikzee bedeutende Städte. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts war Middelburg nach Amsterdam die wichtigste Hafenstadt der Republik.

Containerschiff Walsoorden

Heute ist Zeeland von wirtschaftlicher Bedeutung wegen der Lage zwischen den Häfen von Rotterdam und Antwerpen. Die Häfen von Terneuzen und Vlissingen bilden zusammen den drittgrößten Hafen der Niederlande. 

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