Lokalkolorit

Zeeland ist eine Provinz, die ihre Traditionen pflegt. Wenn Sie das authentische Zeeland kennenlernen möchten, sollten Sie einen Wettkampf im Ringreiten besuchen oder sich in einer der typischen Trachten fotografieren lassen.

Ringreiten

Der zeeländische Volkssport schlechthin! Auf einem ungesattelten Pferd galoppieren die Teilnehmer über eine Sandbahn. Unterwegs müssen sie mit ihrer Lanze durch einen sehr kleinen Ring stechen. Die Grundregeln des Ringreitens sind schnell erklärt: Je länger der Wettkampf dauert, desto kleiner werden die Ringe, bis am Ende einer der Teilnehmer die meisten Ringe an seiner Lanze gesammelt hat. Darauf folgt das „Jonassen“: Der Sieger wird von seinen Mitstreitern in die Luft geworfen. Ringreiten ist für viele Teilnehmer ein Anlass, ihr Pferd besonders schön zu schmücken. Die Wettkämpfe finden vom späten Frühling bis in den frühen Herbst statt. Der Sport wird vor allem auf Walcheren ausgeübt. Weitere Infos über das Ringreiten sowie ein Kalender mit Wettkampfterminen finden Sie hier.

"Sjezenrijden"

Das „Sjezenrijden“ (Chaisen-Reiten) ist dem Ringreiten ähnlich, allerdings sitzen die Teilnehmer dabei in einer Kutsche, die von einem Pferd gezogen wird. Einer lenkt, der andere muss mit der Lanze den Ring treffen. Das Schöne am Sjezenrijden ist, dass dabei häufig die traditionellen Trachten getragen werden. Natürlich sind beim Sjezenrijden auch die Pferde (und die Wagen) wunderschön geschmückt. Im Sommer wird das Sjezenrijden an verschiedenen Orten organisiert.

Regionale Tracht

Jede zeeländische Insel hat ihre eigene Tracht. Vor allem bei den Frauen kann man die Unterschiede gut erkennen, da die Kopfbedeckungen sehr verschieden sind. Die größte Sammlung regionaler Trachten finden Sie im Zeeuws Museum, wo sie in modernen Modeschauen präsentiert werden. Aber Sie werden auch in fast jedem anderen Heimatmuseum in Zeeland die eine oder andere Tracht finden. Hätten Sie Lust, einmal auszuprobieren, ob Sie einen guten Zeeländer abgeben würden? Dann fragen Sie in einem VVV-Büro in Ihrer Nähe nach einem Fotografen, der Menschen in Trachten fotografiert. In Zeeland sind mehrere solcher Fotografen aktiv.

Alte Handwerkskunst

Auf manchen Dorfplätzen in Zeeland sieht man auch heute noch genau, wo früher der Schmied ansässig war: Dort befindet sich ein kompliziertes Gestell aus Holz und Metall: der „Travalje“. Einen solchen Notstall benutzte man, wenn die Pferde draußen neu beschlagen wurden. Sie werden hier keinen Schmied mehr bei der Arbeit antreffen, aber es gibt durchaus andere Möglichkeiten, etwas über die alten zeeländischen Handwerksberufe zu erfahren.

Zum einen sind zahlreiche Bauernhöfe für die Öffentlichkeit zugänglich, zum anderen gewährt auch die Fischerei Einblicke: Das Fischereimuseum Breskens organisiert Exkursionen, auf denen mit zeeländischen Zugpferden auf althergebrachte Weise gefischt wird. Mit Netzen, die die Pferde hinter sich herziehen, werden Krabben und kleine Plattfische gefangen. Beim Hollandse Hoeve in Goes werden im Ambiente nachgebauter traditioneller Häuser alte Handwerksberufe vorgeführt. Besonders schön für Kinder, vor allem in Kombination mit dem nahe gelegenen Streichelzoo.