Zeeländische Mühlentypen

Mühlen nehmen noch immer eine herausragende Position in der zeeländischen Landschaft ein. War man früher von den geflügelten Riesen abhängig, sind sie heute eher Sehenswürdigkeiten. In Zeeland finden sich verschiedene Windmühlentypen. Sie wurden unter anderem für die Herstellung von Mehl, Öl und Graupen eingesetzt.

Wallholländer

Wall- oder Bergholländer stehen auf einem künstlichen Erdwall oder einem natürlichen Hügel. Diese Hügel haben auf beiden Seiten einen Durchlass, sodass Pferd und Wagen im Ganzen unter die Mühle fahren konnten. Die noch existierenden zeeländischen Exemplare sind Getreidemühlen und alle noch funktionstüchtig. De Jonge Johannes bei Serooskerke auf Walcheren ist aufgrund des benachbarten Spielbauernhofs vermutlich der bekannteste Wallholländer.

Serooskerke

Molen De Jonge Johannes

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De Jonge Johannes, Serooskerke (W)

Grundsegler

Grundsegler oder Erdholländer verdanken ihren Namen der Tatsache, dass der Müller die Flügel vom Boden aus mit Segeln versehen kann. Die Flügel dieser Mühlen reichen nämlich buchstäblich bis zur Erde. Wenn sie sich drehen, muss man aufpassen, dass man nicht von ihnen erfasst wird. Nicht selten sind diese Mühlen daher eingezäunt. Die zeeländischen Grundsegler sind Getreidemühlen und fast alle noch funktionstüchtig. Die Mühle in Moriaanshoofd auf Schouwen-Duiveland ist ein Grundsegler. Man sieht die Mühle von der Durchgangsstraße von Zierikzee nach Westenschouwen schon von Weitem.

De Hoop, St. Philipsland

Bockwindmühle

Dies ist der älteste Windmühlentyp. Das Mühlenhaus steht dabei auf einem Pfahl, der in einem Gestell, dem namensgebenden Bock, befestigt ist. In Zeeland gibt es nicht viele Bockwindmühlen. Die einzige auf der Insel Tholen steht in Sint Annaland. Samstags kann man sie nach Vereinbarung besichtigen. Die anderen drei Bockwindmühlen finden sich in Waarde, Kloosterzande und Retranchement. Letztere wurde auch als Schälmühle, zur Herstellung von Graupen aus Gerste, genutzt.

Waarde

Molen De Hoed

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De Hoed, Waarde

Galerieholländer

Bei Weitem die meisten Mühlen in Zeeland sind Galerieholländer. Sie stehen meist in bebauten Gegenden und sind sehr hoch, damit sie ausreichend Wind fangen können. Daher baute man auf halber Höhe eine umlaufende Galerie, von der aus die Mühle bedient werden konnte. Ein bekannter zeeländischer Galerieholländer ist De Graanhalm in Burgh-Haamstede. Dort können Sie Pfannkuchen essen, die natürlich mit Mehl aus der Mühle zubereitet werden. An der Seismolen in Middelburg findet im Sommer das Food-Truck-Festival Culikaravaan statt.

Veere

Molen De Koe

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De Koe, Veere
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